stARTcamp Wien 2015 – (m)ein Rückblick

Am 10.Dezember 2015 fand das stARTcamp zum dritten Mal in Wien statt! Social Media Interessierte aus dem Kunst- und Kulturbereich – darunter auch viele namhafte Häuser – fanden sich Donnerstag früh im MAK ein, um sich gemeinsam den ganzen Tag über dieses Thema auszutauschen und neue Ideen zu sammeln. Hier ein Rückblick:

Es begann alles ruhig mit einem Willkommenskaffee, bei dem sich die TeilnehmerInnen erstmal zaghaft beschnuppern konnten oder schon bekannt Gesichter begrüßen konnten. Als dann gegen 9.30 Uhr alle im großen Vortragssaal Platz genommen hatten, wurde das stARTcamp zunächst mit der Rede von MAK Direktor Christoph Thun-Hohenstein offizielle eröffnet, gefolgt von der Vorstellrunde aller TeilnehmerInnen. Jeder musste ein, zwei Sätze über seine Person sagen und dies noch mit drei Hashtags, die zu ihm passten, abrunden. Danach rief Veranstalter Christian Henner-Fehr zu Sessionvorschlägen auf und sogleich fanden sich viele Freiwillige ein, die Vorträge zu unterschiedlichen Themen halten wollten. Daraufhin wurde der Tagesablauf geplant und ein Stundenplan erstellt, während die TeilnehmerInnen schon eifrig unter dem Hashtah #scvie über die Veranstaltung twittertern, was im Laufe des Tages nicht nachlassen sollte. Dann hatte man die Qual der Wahl, welche Sessions man besuchen wollte:

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#TheaterimNetz Session:

Ich entschied mich bei der ersten Runde für den Vortrag „Theater im Netz“, der von dem Kulturfritzen Marc Lippuner und Anne Aschenbauer gehalten wurde, die sich mit der Internetpräsenz große und kleine Theaterhäuser beschäften, wie diese das WWW für sich nutzen und dazu auch die passende Blogparade #TheaterimNetz vorstellten (die noch bis Ende Jänner läuft). Wie sich herausstellte sich die Postings der Theater in der Regel noch ausbaufähig, da sie meistens über Spielpläne, Probenfotos oder Kritiken zu den Stücken nicht hinausgehen. Innovative Kampagnen, wie „Effie Briest 2.0“ sind eher die Seltenheit, wobei die anwesenden Häuser meinten, die Ideen wären durchaus da, nur scheiten diese in den meisten Fällen an den fehlenden Ressourcen. Ein wahnsinnig interessantes Thema, doch eher ich mich versah, waren die 45 Minuten schon vorbei und jeder musste zur nächsten Session weiter.

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Podcast Session:

Weiter also zum zweiten Vortrag, gehalten von Ines Häufler, wo wir uns mit dem Thema Podcast beschäftigten, ein Bereich, der in Österreich in kommerzieller Hinsicht noch sehr wenig genutzt wird, speziell im Kunst- und Kulturbereich. Eine Ausnahme bietet hier Manfred Horak, der regelmäßig Interviews mit Personen aus Kunst und Kultur in Podcast Form präsentiert und ebenfalls an der Session teilnahm. Von ihm konnten wir einen direkten Einblick in das Gebiet erhalten und sprachen über die verschiedenen Möglichkeiten die Podcasts an die Hörer zu bringen. Aber auch über Podcasts in Form von Erzählungen oder Geschichten, ähnlich wie ein Hörspiel, und wie man das für Kultureinrichtungen nutzen könnte, wurde diskutiert.

Als nächster folgte eine kurze Mittagspause, bei der sich die TeilnehmerInnen noch einmal besser kennenlernen konnten und über das bereits Gehörte austauschen konnten. Zum Essen hab es übrigens hervorragende vegane Speisen vom wunderbaren Cafe Eskeles.

„Wer liest meinen Blog“ Session:

Frisch gestärkt von Mittagessen ging es natürlich gleich weiter zum nächsten Termin, bei dem wir uns unter der Führung von Kun­sthis­torik­erin und Blog­gerin sowie selbsternannten Kulturtussi Anke von Heyl mit einem wichtigen Thema beschäftigte, das alle Blogger etwas angeht: Wer liest eigentlich meinen Blog? Diese Frage hab ich mir ehrlich gesagt auch schon oft gestellt, somit war die Teilnahme an dieser Session für mich natürlich umso interessanter. Nachdem die Anwesenden der Reihe nach auf die Frage ob und wie lange sie schon bloggen geantwortet hatten, entwickelte sich die Session relativ schnell zu einer Diskussionsrunde in der Themen wie die Häufigkeit von Kommentaren, welche Art von Blogs gut funktionieren, wie lang der ideale Beitrag sein soll oder ob man einen Expertenstatus braucht um zu bloggen, besprochen wurden. Aber auch über Blogparaden als Hilfsmittel um in Internet sichtbarer zu werden, die Blo­gosphäre oder Themenfindung für den eigenen Blog wurde sich ausgetauscht. Und am Ende bleibt natürlich die Frage, wen man mit seinem Blog erreichen will, also welche Zielgruppe man ansteuert.

Storytelling Session:

Ines Häufler brachte uns einen wichtigen Aspekt im Bereich Social Media näher, denn Storytelling darf in keiner Kampagne fehlen. Dabei sollte man sich ähnlich wie zum Beispiel in der Filmindustrie an der klassischen Heldenreise orientieren, also Jemand will etwas erreichen, hat aber Schwierigkeiten es zu bekommen. Damit kann man mit Publikum mit Hilfe von Empathie eine emotionale Verbindung herstellen und bei Interesse halten, anstatt einfach nur die Fakten zu vermitteln. Manchmal steht auch gar nicht die Story selbst im Mittelpunkt, sondern die Geschichte der Geschichte. Und man sollte sich nicht nur fragen „Was will ich erzählen? und wie will ich es erzählen“ sondern auch darüber nachdenken „Warum will ich das erzählen?“, sowie immer mit den Publikum auf einer Augenhöhe kommunizieren und nicht von oben herab. Alles in allem ein sehr spannendes Thema, über das ich mich in Zukunft bestimmt noch weiter informieren werden, denn wie häufig an diesem Tag war die Zeit schon wieder viel zu schnell vorbei um tiefer in die Materie einzudringen.

Periscope/Snapchat Session:

Bei dieser Session, die ebenfalls von Ines Häufler geführt wurde (ihre dritte an diesem Tag), beschäftigten wir uns hauptsächlich mit verschieden Streaming und Video Apps, die wir natürlich auch sofort ausprobierten und zuerst einen kleinen Periscope  Stream starteten, der erstaunlich gut lief, bis der Handyakku aufgab. Danach folgte ein kleine Crashkurs zu Snapchat, von der jeder wusste, dass es der neue heiße Scheiß ist, jedoch niemand wirklich eine Ahnung hatte, wie das Ganze denn nun wirklich funktionierte. Weiters widmeten wir uns noch kurz Vine, Katch, Steller, Younow und Meerkat, um alle diese Apps aber ausführlich zu besprechen, fehlte es leider an Zeit. Trotzdem hat mir die Session einen guten Überblick über die verschieden Plattformen gegeben und ich werde mich bestimmt noch etwas genauer in die Funktionen der einzelnen Apps reinlesen und sie ausprobieren.

Abschluss:

Am Ende des Tages trafen wir uns alle noch einmal im großen Vortragssaals des MAK um unsere Eindrücke Revue passieren zu lassen und bekamen die Möglichkeit unser Feedback zu Veranstaltung abzugeben, welches natürlich überwiegend positiv ausfiel. Auch mir hat mein erstes Barcamp sehr gut gefallen, ich hatte eine Menge interessante Gespräche mit kreativen Menschen und konnte an diesem Tag viel Neues erfahren. So wie die anderen TeilnehmerInnen des stARTcamp Wien 2015 freue ich mich schon sehr auf eine Wiederholung im nächsten Jahr!

Fotos zum diesjährigen stARTcamp findet ihr auf dem Flickr Profil von Karola Riegler

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