Slow Blogging – Die Kunst des Entschleunigens

Jeder, der selber einen Blog hat und versucht regelmäßig und aktiv Beiträge zu schreiben, kennt das Problem: Man ist ständig auf der Suche nach neuen, interessanten Inhalten, die man für seinen Blog verwenden kann. Somit setzt man sich unterbewusst selbst unter Druck möglichst oft und möglichst viel zu bloggen, weil man davon ausgeht, dass die LeserInnen das von einem erwarten. Aber stimmt das wirklich und ist das auch wirklich nötig? Die neue Bewegung des  Slow Bloggens kann dabei Abhilfe schaffen.

Slow Blogging für Anfänger

Fastfood wird schnell und billig produziert, schnell konsumiert und man hat danach meistens auch schnell wieder Hunger, weil das Essen nicht sehr erfüllend ist. Als Gegenbewegung dazu hat sich das sogenannte Slowfood entwickelt, bei dem man bewusster und qualitativ hochwertigere Nahrung zu sich nimmt. Eine ähnliches Bewegung gibt es jetzt auch beim Bloggen. Auf der einen Seite stehen die Inhalte, die wenig recherchiert und schnell produziert werden, eine möglichst große Zielgruppe ansprechen und dann auch meistens schnell wieder vergessen sind. Das Gegenteil dazu sind die SlowbloggerInnen, die eher unregelmäßig posten und sich viel Zeit für ihre Beiträge nehmen. In unserer schnelllebigen Welt, kann man als BloggerIn schon mal unter Druck geraten, den großen News- und Medienseiten nachzueifern, die oft und viele Beiträge veröffentlichen, in der Hoffnung, dass damit auch der eigene Traffic steigt. Diese Online Portale wollen aber auch eine möglichst große Leserschaft ansprechen und müssen viele Themengebiete abdecken, außerdem steckt hinter solchen Seiten oft ein riesiges Team.

Hashtag Entschleunigung

Ganz anders sieht das bei Blogs aus: diese werden in der Regel von einer oder zwei Personen betrieben und die Community folgt einem, weil sie die persönliche Art des Verfassers schätzen und auch das Themengebiet das abgedeckt wird. Hier kommt es also viel mehr auf Qualität statt Quantität an. Wenn man jeden Tag ein oder mehrere Beiträge postet kann das schnell dazu führen, dass sich darunter auch einige Lückenfüller befinden, die man schnell runterschreibt, nur damit man irgendwas veröffentlicht. Mit zu vielen Posts kann man seine Follower auch überfordern, weil sie mit dem Lesen gar nicht mehr hinterher kommen. Besser also etwas weniger oft Beiträge verfassen, die dafür gut recherchiert und geschrieben sind, weil man sich länger mit einem Thema beschäftigt. Hat man dann vielleicht sogar noch etwas Zeit gewonnen, lässt sich diese auch sehr gut für die richtige Auswahl der Bilder, Community Betreuung oder Promotion für den Blog verwenden. Somit hat man am Ende ein paar wirklich tolle Beiträge, statt viele, die vielleicht nur durchschnittlich sind. Außerdem sollte das Bloggen ja auch Spaß machen und wenn man sich selber zu sehr unter Druck setzt, kann das auch in einem Burnout enden. Manchmal ist weniger halt einfach mehr!

Bedeutet Slow Blogging weniger Traffic?

Natürlich kann es Anfangs dazu kommen, dass der Traffic auf der eigenen Website zurück geht, langfristig gesehen helfen längere und detaillierte Beiträge aber dabei, mehr NutzerInnen auf die eigene Seite zu holen. Wer sich mit SEO ein bisschen auskennt weiß, dass Google jene Webseiten mit mehr Inhalt höher einstuft und sich somit das Raking verbessert, wodurch man neue LeserInnen durch Suchmaschinen gewinnen kann. Zu entspannt sollte man die Sachen jedoch auch nicht angehen und trotzdem Wert auf eine gewissen Regelmäßigkeit legen, sonst kann das schnell dazu führen, dass man kaum noch Post veröffentlicht und die Follower abspringen. Man sollte seine Community also vorher darauf hinweisen, dass man in Zukunft plant weniger Beiträge zu veröffentlichen, um sie nicht vor den Kopf zu stoßen.

Wie oft bloggt ihr momentan? Habt ihr auch schon einmal den Druck gespührt Beiträge zu veröffentlichen? Könnt ihr euch vorstellen mit dem Slow Bloggen anzufangen?

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38 Kommentare

  1. Das hast Du schön geschrieben 🙂 Momentan blogge ich auf meinem einen Blog dreimal die Woche und auf dem anderen täglich. Das Ganze ist ein kleiner Selbstversuch. Ich muss zugeben, dass ich letztes Wochenende ganz schön unter Druck stand noch einen Blog-Beitrag fertig zu machen, weil ich unbedingt mein Pensum erfüllen wollte. Bis jetzt habe ich noch genug Ideen und es macht mir noch Spaß, aber für mich auch klar, dass ich nach dieser Zeit auf alle Fälle wieder weniger bloggen werde 🙂 Und darauf freue ich mich schon 🙂

    :-*

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    1. Danke sehr! Na da bist du eh schon ganz fleißig dabei, aber so lange es dir Spaß macht ist ja noch alles in Ordnung 🙂 Auf meinem zweiten Blog schreib ich ja auch jeden Tag und das kann manchmal auch stressig sein hab ich bemerkt. Wie heißt denn dein anderer Blog, wo du jeden Tag schreibst? Hab ich da was verpasst?

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  2. Find ich sehr gut diese Bewegung. Ich blogge auch nur dann, wenn mir danach ist und meist kommen die Ideen spontan, aber selbst dann versuch ich mich da rein zu fühlen und das beste daraus zu machen, ohne etwas hinzuklatschen. Schöner Beitrag. LG, Mia

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  3. Hey! Cooler Beitrag und Inhaltlich sehr gelungen. Ich blogge im Schnitt zwei Mal die Woche hauptsächlich über Reisen und Minimalismus, wie du ja weißt. ☺ Ich bin auch der Meinung weniger ist mehr, also ganz generell und lege wert auf Qualität. Ab und zu gibt’s einen kurzen ganz spontanen Beitrag aber in der Regel habe ich meistens die nächsten Beiträge und Themen grob im Kopf. Lg Margarita http://www.margute.com

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  4. Hallo du Liebe! Ich poste so gut wie jeden Tag einen Beitrag. Dann kann ich auch ganz cool mal an Tagen, an denen ich einfach gar keine Lust habe, einfach mal nichts schreiben. Ich fühle mich gar nicht unter Druck gesetzt, weil mich das Schreiben eines Beitrags einfach nur entspannt. Ich habe wirklich viel Freude daran Produkte zu testen und meine Erfahrungen damit mit meinen Lesern zu teilen. Allerdings nervt mich manch Blogger, der drei oder vier Beiträge pro Tag einstellt. Dann verliere ich die Lust alle Beiträge zu lesen. Schöner Beitrag! Ich wünsche dir noch einen schönen Abend! ❤

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    1. Solang dir das tägliche Bloggen Spaß macht und dich nicht stresst ist es doch perfekt. Aber solltest du mal weniger Zeit/Lust haben musst du trotzdem aufpassen, dass du dich dann nicht selber unter Druck setzt, doch täglich zu schreiben, sondern einfach einen Gang zurück schaltest 🙂

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  5. Ich blogge noch nicht soo lange und bin auch immer wieder überrascht, wie lange es dauert einen qualitativ hochwertigen Beitrag zu schreiben, der auch noch mit schönen Bildern glänzt. Solche Artikel kann man gar nicht am Fließband produzieren, ohne das alles andere dabei runter fällt. Also ich finde die Bewegung sehr gut!

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  6. Danke für diesen Beitrag! 🙂
    Ich blogge erst seit drei Monaten und zwar von Anfang an sehr unregelmäßig (im Schnitt nur 2x im Monat), alles andere setzt mich unter Druck und das ist ja irgendwie auch nicht Sinn der Sache …

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  7. Ich würde mich selber als unbewusste Slowbloggerin bezeichnen, bei mir gibt es jeden Sonntag einen Post für meine Leser.
    Mehr schaffe ich neben Studium und Nebenjob leider nicht, dazu kommt ja auch noch die Pflege aller Social Media Kanäle.
    Aber ich finde detaillierte und liebevoll gestaltete Beiträge besser als z.B. diese typischen Blogpost, bei denen man gleich merkt, dass es einfach nur schnell gehen sollte.

    Viele Grüße
    Tabea
    http://bytabea.com/

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  8. Heyhey! 🙂 Wahnsinn, wie schafft man es, täglich zu bloggen? Wie der Name meines Blogs verrät, bringe ich jeden Freitag einen neuen Beitrag. In diesem stecken immer mehrere Stunden Arbeit drin, und Donnerstags bin ich meist nervös, wenn noch nichts fertig ist… Also Respekt an alle Blogger, die fleißig guten Content produzieren! Wenn mir zwischendurch was passendes über den Weg läuft, teile ich das natürlich gerne in den sozialen Medien. Aber ohne Zwang, nur wenn sich etwas findet. Liebe Grüße, Wiebke von der Freitagsgefühl Redaktion

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    1. Täglich könnt ich mir auch vorstellen, da ist mal dann wahrscheinlich entweder nach kurzer Zeit total ausgebrannt oder man produziert irgendwann nur noch inhaltslos Müll 😀 Geradebei guten Content braucht es ja auch einfach eine Gewisse Vorbereitung und eventuell auch Recherche. Einmal in der Woche finde ich auch einen guten Richtwert.

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  9. Der Vergleich zum Essen ist passend gewählt. Ich mag auch keine Blog- oder Webseitenbeiträge wo ich nach dem Lesen genauso klug wie vorher bin und die 10 besten Tipps für irgendwas nur Scheintipps sind auf die jeder sowieso kommt, der bis 3 zählen kann. Ich bin auch bereit längere Beiträge zu lesen, wenn ich dadurch einen Mehrwert habe. Daher versuche ich meine Blogbeiträge auch so zu schreiben, dass meine Leserschaft daraus Infos und Anregungen mitnehmen kann. Natürlich sind auch Beiträge, wie die 20 besten Sehenswürdigkeiten dabei, die habe ich dann aber alle selbst besucht und 10, die mir nicht gefallen haben, wurden nicht erwähnt und ich nutze diese Art nur, um dem langen Blogbeitrag eine Struktur zu geben. Ich habe früher versucht 2 Mal pro Woche zu bloggen, das schaffe ich aber nicht. Ich versuche pro Woche einmal zu bloggen und unter der Woche gibts dann noch Inhalte auf Instagram, Facebook, Snapchat und manchmal noch Twitter und Pinterest. Außerdem versuche ich meine Reichweite durch Vernetzung, wie Gastartikel zu erhöhen. Jetzt im Januar habe ich 2 Gastartikel geschrieben. Mehr Zeit habe ich auch nicht.

    LG Myriam

    #Blokoso

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  10. Als ich vor sechs Monaten mit dem Bloggen begonnen habe, war mein Vorsatz pro Woche einen Beitrag zu veröffentlichen – ich habe aber relativ schnell gemerkt, dass das nicht durchzuhalten ist. Manchmal lässt der Job dazu einfach keine Zeit oder ich habe schlicht und ergreifend etwas anderes vor. Persönlich ist mir Qualität an der Stelle einfach wichtiger als Quantität. Zumal ich den Blog als Hobby sehe, das mir Spaß machen soll (und nicht Druck erzeugen). Und dann ist es mit dem Beitrag alleine ja auch noch nicht getan – denn der beste Content hilft wenig, wenn man ihn nicht aktiv teilt… Für Social Media geht so auch nochmal eine Menge Zeit drauf. Insofern: Ich finde Slow Blogging super 😉 #Blokoso
    Liebe Grüße
    Katharina

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    1. Ich kann dich sehr gut verstehen, gerade wenn man noch einen Job neben bei hat und nur am Abend oder am Wochenende Zeit hat zu bloggen kanns schon passieren, dass mans nicht jede Woche schafft einen Beitrag zu veröffentlichen. Man sollt sich selber einfach nicht zu viel Stress machen wenn einem da mal die Zeit fehlt zu schreiben!

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  11. Hey! 🙂
    Ich finde die Idee des Slow-Bloggings toll – denn selbst lese ich auch lieber qualitativ hochwertige Artikel mit Herzblut, anstatt die aus dem Ärmel geschüttelten – wieso sollte ich das dann nicht auch meinen Lesern bieten? 😀 Ich blogge zur Zeit zweimal die Woche, oder versuche es, wobei einmal nur Songtipps geupdatet werden und somit quasi ein „richtiger“ Artikel online geht. Ich werde das auch so beibehalten und versuchen, meinen Stil und Inhalt zu verbessern und zu schauen, wohin mich das noch bringt 😉
    LG

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    1. So eine fixe Beitragsreihe im Blog zu haben find ich sehr wichtig. Die kann man nämlich über längere Zeit vorbereiten und dann veröffentlichen ohne sich einen Stress zu machen. Aber einen Beitrag pro Woche find ich auch gut!

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  12. Den Begriff „Slow-Blogging“ kannte ich noch nicht, aber anscheinend praktiziere ich das schon unwissentlich: Da mir Qualität und gute Inhalte für den Leser sehr wichtig sind, benötige ich meist um die 8 Stunden, um einen Beitrag komplett fertig zu haben, also inklusive Schreiben, Fotos raussuchen und bearbeiten, Layout und SEO. Da ist es gar nicht drin, mehr als einen, selten auch mal zwei Beiträge pro Woche zu veröffentlichen.
    Das spricht allerdings nicht gegen regelmäßiges (aber eben nicht tägliches) Veröffentlichen, was ich schon wichtig finde – auch wenn man sich dadurch mal unter Druck setzt. Man sollte es eben nicht zu verbissen sehen. 🙂

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    1. Arbeitest du dann 8 Stunden am Tag durchgehend oder verteilt auf mehrere Tage an dem Beitrag? Täglich einen Beitrag geht dann wohl wirklich nur wenn man vom Bloggen leben kann und das der Hauptberuf ist. Ein bisschen Druck kann nicht schaden aber man sollte trotzdem nicht den Spaß verlieren 🙂

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      1. Manchmal erstelle ich den Beitrag an einem Stück, meistens teile ich das aber auf 2-3 Tage auf. Hat auch den Vorteil, dass man mit etwas Abstand dazwischen den Text besser korrekturlesen kann bzw. einem neue Ideen kommen oder bessere Überschriften/Ausdrucksweisen einfallen.

        Aber selbst wenn das der Hauptberuf wäre, könnte man dann nicht täglich einen Beitrag schreiben. Überleg mal, es gehört ja noch mehr dazu, Social Media (braucht Zeit), Buchhaltung (braucht Zeit), sich um die Technik kümmern, Updates machen etc. (braucht Zeit) usw. 😉

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  13. Ein schöner Beitrag, mit schönen Gedanken zu einem wichtigen Thema!
    Ich denke, dass es viele Blogger gibt, die sich da übernehmen und einfach so viel wie möglich posten. Ich habe selbst auch manchmal das Gefühl, unbedingt schreiben zu müssen. Es ist halt, wie du gesagt hast: eine gewisse Regelmäßigkeit braucht man trotz allem, und wenn dann mal eine Woche lang gar kein Beitrag kommt, fühlt man sich schon schlecht.
    Liebe Grüße,
    Laurel

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  14. Erstmal: Schönen BloKoSo am Montag 🙂

    Ich habe mich dieses Jahr für den Gegenweg entschieden, um es auszuprobieren. Mein Ziel war (und ist immer noch) mindestens einen Beitrag pro Woche zu veröffentlichen, aber das nicht zu streng zu sehen. Dieses Jahr beteilige ich mich u.a. an einer wöchentlichen Aktion, um zu sehen, ob die Zahlen durch das bloße Veröffentichen steigen. Außdem hat das den Vorteil, das garantiert ein Post pro Woche on geht. Das ist ein beruhigender Puffer. Aber es kann zu einer Komfortzone werden. Ich habe gemerkt, dass ich die „tieferen“ Texte (2-seitige Rezis) gern schreibe und es vermisse, wenn keine on geht 🙂 Es ist ein Drahtseilakt, denn man lockt mit „einfachen“ Beiträgen andere Leute auf den Blog. Diese gucken sich vlt. auch die tieferen Texte an. Aber man sollte seinem Gefühl vertrauen.

    Ich könnte aber nie täglich bloggen, weil ich an jedem Beitrag hänge. Nach dem Schreiben bin ich körperlich und geistig erschöpft und blicke ihm hinterher, wenn er veröffentlicht ist. Daher bewundee ich Leute, die täglich rechtschreibfehler-freie Texte schreiben oder ein WE zum Vorbloggen nutzen.

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