Instagress: Warum du als Blogger die Finger davon lassen solltest

Viele die auf Instagram aktiv sind und regelmäßig Bilder hochladen, wurde schon Opfer von sogenannten Bots. Diese hinterlassen bei einem Bild teilweise sinnfreie oder generische Kommentare oder entfolgen einem schon wieder nach einem Tag. Meisten stecken hinter solchen Aktionen Programme, die einem mit dem Versprechen locken ohne viel Arbeit und in relativ kurzer Zeit mehr Follower auf Instagram zu bekommen. Das bekannteste dieser Programme ist wahrscheinlich Instagress. Warum man als Blogger aber trotzdem nicht auf so etwas zurückgreifen sollte, erkläre ich euch in diesem Beitrag:

instagress

So funktioniert Instagress:

Der Einstieg bei Instagress ist eigentlich ganz simpel: Zuerst registriert man sich, dann verbindet man seinen Instagram Account mit dem Programm und schon kann es los gehn! Als Zuckerl bekommt man sogar drei Tage gratis zum testen, diese Zeit läuft aber nicht auf einmal ab, sondern man hat quasi 72 Stunden, die nur dann verbraucht werden, wenn das Programm auch tatsächlich läuft. Unter den Filtern kann man bestimmte Orte oder Tags eingeben um etwas gezielter an die Sache ran zu gehen. Am wichtigsten sind aber die Hashtags die man angibt, denn die verwendet Instagress um automatisch bestimmte Bilder zu like und zu kommentieren oder Usern zu folgen.

Dadurch sollen andere Personen auf den eigenen Instagram Account aufmerksam gemacht werden und man bekommt theoretisch in kurzer Zeit viele neue Follower. Die Betreiber von Instagress weisen einen schon  im Tutorial darauf hin, dass man am Anfang eher klein starten sollte, die Vorgabe lautet hier ca. 20 Likes pro Stunde zu verteilen, um nicht zu „auffällig“ zu werden. Man kann natürlich auch gleich mit 50 oder 100 Likes pro Stunde beginnen.

Und da sind wir auch schon beim ersten Knackpunkt an der Sache: Drittanbieter Programme und gerade solche automatischen Bots wie Instagress verstoßen gegen die AGBs von Instagram. Sollte man also „auffällig“ werden und in kurzer Zeit sehr viele Likes und Kommentare verteilen oder ungewöhnlich viele Follower bekommen und Instagram merkt es, kann der eigene Account gesperrt oder im schlimmsten Fall sogar gelöscht werden (und das ist auch schon bei gar nicht so wenigen Personen vorgekommen).

Wie wichtig ist dir deine Glaubwürdigkeit?

Und Instagress nervt außerdem wenn man Opfer davon wird. Die meisten kennen das Gefühl, wenn sie auf ihre neuesten Bilder ein Like oder ein Kommentar bekommen und dieses dann nur aus einem Emoji oder einem Daumen doch besteht. Solche Kommentare passen einfach auf die meisten Bilder auf Instagram und deswegen werden sie auch gerne von Instagress User verwendet, um viele Kommentar zu posten. Noch ärgerlicher sind Kommentare, die unter dem betreffenden Bild eigentlich gar keine Sinn ergeben. Am schlimmsten ist aber meiner Meinung nach die Taktik des Folgen und Entfolgens: Man freut sich wenn man an einem Tag viele neue Follower dazu bekommt und muss dann leider feststellen, dass die nur 24 Stunden später meistens schon wieder weg sind.

Als Blogger muss man sich natürlich die Frage stellen, ob man die Risiken eingehen möchte, die die Verwendung solcher automatischen Bots wie Instagress mit sich bringen. Und ich spreche hier noch nicht einmal davon, dass der ganze Instagram Account gelöscht werden kann. Viel wichtiger ist, dass man dadurch seine Glaubwürdigkeit verliert, denn über kurz oder lang werden nicht nur Fans und LeserInnen, sondern auch mögliche Kooperationspartner sehr schnell feststellen können, wer solche Programme benutzt.

Erst vor wenigen Tagen war ich auf der All Influencer Marketing Conference in München, wo unter anderem genau darüber diskutiert wurde. Agenturen und Kunden suchen Influencer die möglichst gut zu ihrer Marke passen und eine hohe Glaubwürdigkeit aufweisen. Diejenigen, die sich Fans und Likes kaufen oder solche Programme verwenden, kommen für sie gar nicht auch in Frage. Außerdem gibt es schon heute viele Tools, mit denen sich mit wenigen Klicks feststellen lässt, ob ein Account einen unnatürlichen Zuwachs von Fans bekommen hat und diese Tools werden in Zukunft noch viel genauer werden. Wenn man sich mit seinem Blog also ein Unternehmen aufbauen und Jobs als Influencer bekommen möchte, schadet man mit Instagress nur seiner eigenen Marke und macht sich lächerlich.

Fazit:

Wer also nur möglichst schnell und mit wenig Aufwand hohe Followerzahlen erreichen will, kann Instagress für sich nutzen, sollte sich vorher aber vielleicht mal diesen Praxistest von Hootsuit anschauen. Aber um ehrlich zu sein, bin ich mir sicher, dass solche Programme am Ende kein positives Ergebnis liefern werden, sondern euch mehr Schaden als Nutzen einbringen werden.

Wer lieber seine Glaubwürdigkeit als Blogger und Instagramer behalten, authentisch sein und sich eine natürlich wachsende, treue Anhängerschaft aufbauen möchte, der sollte die Finger von solchen Programmen lassen und sich vielleicht lieber meinem Blogbeitrag mit Tipps wie man mehr Follower auf Instagram bekommt durschlesen. Dies ist natürlich mit mehr Arbeit verbunden, am Ende wird es sich aber auszahlen!

UPDATE: Instagress wurde am 20.April auf Drängen von Instagram eingestellt.

Wie steht ihr zu automatischen Programmen auf Instagram oder Twitter? Würdet ihr sie ausprobieren oder seid ihr strickt dagegen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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18 Kommentare

  1. Super Beitrag. Sehr interessant, hatte mich immer gefragt, wie diese Programme funktionieren. Mir selber gehen diese Dinger ziemlich auf die Nerven, vor allem diese “ Ziemlich nervig und total sinnlos. Ich hab lieber langsamer neue Follower, die auch dabei bleiben, als mich ständig darüber zu ärgern, dass schon wieder zig davon weg sind.

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    1. Vielen Dank! Ja du hast recht, man sollte sich wirklich auf den Blog und dessen Inhalte konzentrieren, aber leider ist die Abonnentenzahl von Instagram für viele Firmen noch immer wichtig wenn es um Kooperationen geht.

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  2. Ein sehr interessanter Beitrag. Klar ist es verlockend sowas zu nutzen, ich finde aber – wie du schon sagst – die User etwas lächerlich, die so etwas nutzen. Zumindest ernsthaft nutzen. Gegen ein aus Interesse ausprobieren ist finde ich nichts zu sagen. Aber ich denke jeder erkennt sofort wer sowas nutzt, sei es bei Kommentaren oder Followern. Das ist einfach schade.

    Grüße, Malina
    http://malinaflorentine.de

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    1. Vielen Dank! Ja, ich denke auch, dass viele das schon erkannt haben und die Masche durchschauen, wenn sie Kommentare von solchen Bit bekommen. Trotzdem gibts leider noch genug, die solche Programme nutzen weil sie ungeduldig sind und schnell einen Erfolg sehen wollen.

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  3. Liebe Babsi!
    Ich bin in letzter Zeit echt nur mehr schockiert, wieviele Leute solche Bots nützen und trotzdem erfolgreich sind. Da frage ich mich auch immer, ob die Firmen, die mit diesen Bloggern zusammen arbeiten überhaupt nicht recherchieren 😦
    Sehr schade, diese Entwicklung.
    Ich habe auch selbst einen Post zu diesem Thema verfasst. Wenn du möchtest, kannst du ihn dir ja gerne durchlesen: https://stephidrexler.com/2017/01/19/follow-for-follow/
    x
    Stephi

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    1. Danke für den Beitrag hab ihn mir gerade durchgelesen. Du sprichst darin viele wichtige Punkte zu diesem Thema an. Ich denke aber auch, dass sich das Problem in Zukunft hoffentlich von selbst lösen wird, entweder weil Instagram härter dagegen vorgeht oder weil es eben besser Tools geben wird, mit denen man solche Accounts entlarven kann 🙂

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  4. Ich habe schon mehrere Beiträge zum Thema gelesen, aber eine Sache ist mir noch unklar: Welche negativen Folgen haben die Bots für die Profile, denen sie folgen und entfolgen? Abgesehen davon, dass es enttäuschend ist, wenn die Nutzerzahlen dadurch fallen und steigen.

    #BloKoSo

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    1. Naja negative Folgen gibt’s für die nicht, außer eben, dass es einfach nervt 😉 Und auch der Gedanke, dass sich diese Follower nicht für deine Postings interessieren und schnell wieder weg sind ist nicht schön.

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  5. Instagram und gekaufte Reichweite/ Follower ist gerade das Thema in der Bloggerszene. Ich hab vor 2 Tagen einen interessanten Artikel gelesen, dass auch früher im Print und Radiobereich getrickst wurde und das Phänomen an sich nicht neu ist. Ich schätze das Risiko aufzufliegen und die Reputation zu verlieren als sehr groß ein. Aber etliche haben wohl damit Glück und kommen durch. Ein bisschen sind sicher auch Agenturen und Unternehmen schuld, denn sie achten vorwiegend auf die Follower Zahlen, dabei finde ich ist das Engagement viel wichtiger. Ich baue langsam meinen Account auf und kommentiere meinen Stream täglich. Auch suche ich mir selbst gewählte Hashtags aus und kommentiere dort, mehr als nur 3 Worte. Versteht sich. Aber im Allgemeinen ist Instagram für mich nur das was es ist. Es ist nur ein App für Fotos, ich mach mich da nicht verrückt. Ist ganz nett, um die Zeit zu vertreiben bis der Bus kommt.
    LG Myriam

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  6. Hi Babsi,

    danke für Deinen wieder sehr lehrreichen Beitrag.

    Auch ich bin bei Instagram unterwegs. Aufgrund der diversen Bots, Followerkäufer und anderer Instagram-Fallen habe ich meine Anwesenheit dort im Moment reduziert. Aufgeben möchte ich aber dennoch noch nicht …

    Merci und beste Grüsse von LangsamMacher Jana

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  7. Hello Dear …
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    Thank you so much
    Instazood administrator.

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